Lebenslauf schreiben: Aufbau, Inhalt und Form
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Ein überzeugender Lebenslauf ist tabellarisch, ein bis zwei Seiten lang und antichronologisch aufgebaut: persönliche Daten, ein kurzes Profil, Berufserfahrung mit der aktuellen Stelle zuerst, Ausbildung, Kenntnisse und Sprachen. Beschreiben Sie bei jeder Station nicht nur Aufgaben, sondern was Sie erreicht haben, und passen Sie die Schwerpunkte an jede Stelle an.
Aufbau: Was in welcher Reihenfolge in den Lebenslauf gehört
In Deutschland ist der tabellarische Lebenslauf Standard: links die Zeitangaben, rechts die Station, sauber untereinander. Ausformulierte Lebensläufe in ganzen Sätzen werden nur noch selten verlangt, etwa bei manchen Stipendien oder im kirchlichen Bereich. Üblich ist die antichronologische Reihenfolge, also die aktuellste Station zuerst – denn sie interessiert Personalverantwortliche am meisten.
- Persönliche Daten: Name, Adresse oder zumindest Wohnort, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Optional ein Link zu Ihrem LinkedIn- oder XING-Profil.
- Kurzprofil: zwei bis vier Zeilen, wer Sie beruflich sind und was Sie mitbringen.
- Berufserfahrung: Position, Unternehmen, Ort, Zeitraum (Monat/Jahr) und drei bis fünf Stichpunkte zu Aufgaben und Erfolgen.
- Ausbildung: Studium, Berufsausbildung, Schulabschluss. Mit Berufserfahrung steht dieser Block danach, als Berufseinsteiger davor.
- Weiterbildungen und Zertifikate: Lehrgänge, IHK-Prüfungen, Staplerschein, Ausbildereignung (AEVO) und Ähnliches.
- Kenntnisse: Software, Fachkenntnisse und Methoden – möglichst konkret.
- Sprachen: mit Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (A1 bis C2) oder mit Beschreibungen wie „verhandlungssicher“.
- Optional: Ehrenamt, Projekte, Interessen und Führerschein, wenn sie für die Stelle relevant sind.
In Österreich und der Schweiz ist der Aufbau ähnlich. In der Schweiz werden häufig Referenzen mit Kontaktdaten am Ende des Lebenslaufs angegeben, in Österreich ist ein Foto noch etwas üblicher als in Deutschland.
Persönliche Daten: was nötig ist und was freiwillig
Früher gehörten Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand, Konfession und sogar die Berufe der Eltern in jeden Lebenslauf. Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) von 2006 dürfen Arbeitgeber Bewerbungen nicht wegen Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion oder Behinderung benachteiligen. Deshalb sind diese Angaben heute freiwillig.
- Pflicht in der Praxis: vollständiger Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Wohnort.
- Freiwillig: Geburtsdatum, Familienstand, Kinder, Staatsangehörigkeit, Foto.
- Sinnvoll, falls relevant: Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltstitel, wenn die Arbeitserlaubnis eine Frage sein könnte; Führerscheinklasse bei Fahr- oder Außendiensttätigkeiten.
- Nicht hinein gehören: Steuer-ID, Sozialversicherungsnummer, Religion, Gesundheitsdaten.
Verwenden Sie eine seriöse E-Mail-Adresse mit Vor- und Nachnamen. Eine Adresse wie „partymaus92@…“ macht schon vor dem ersten Satz einen schlechten Eindruck.
Berufserfahrung beschreiben: Erfolge statt Aufgabenlisten
Der wichtigste Teil des Lebenslaufs ist die Berufserfahrung. Schreiben Sie pro Station drei bis fünf Stichpunkte, die mit einem Verb oder einem Substantiv beginnen, und nennen Sie wo möglich ein Ergebnis: wie viel, wie viele oder was sich verbessert hat. Eine Aufgabenliste sagt, was Sie tun sollten. Ein Erfolg zeigt, wie gut Sie es getan haben.
SchwächerZuständig für das Lager.
BesserLeitung eines Lagerteams mit 6 Mitarbeitenden; Inventurdifferenzen durch wöchentliche Stichprobeninventur deutlich reduziert.
SchwächerKundenbetreuung.
BesserBetreuung von rund 40 Kundinnen und Kunden pro Tag an Kasse und Infotheke, auch im Schlussverkauf.
Achten Sie auf einen einheitlichen Stil. Im deutschen Lebenslauf sind Stichpunkte ohne „ich“ üblich, also „Planung der Touren für 22 Fahrzeuge“ statt „Ich habe die Touren geplant“. Bleiben Sie bei einer Form.
Nennen Sie nur Zahlen, die Sie im Vorstellungsgespräch belegen können. Wenn Sie keinen genauen Wert haben, beschreiben Sie das Ergebnis ohne Zahl: „Reklamationen spürbar reduziert“, „Filiale am Wochenende eigenverantwortlich geführt“.
Ausbildung, Kenntnisse und Sprachen
Bei der Ausbildung nennen Sie den Abschluss, die Einrichtung und den Zeitraum. Bei einer dualen Berufsausbildung gehören der Ausbildungsberuf, der Ausbildungsbetrieb und gegebenenfalls „IHK“ oder „HWK“ hinein. Den Schulabschluss führen Sie nur mit dem höchsten Abschluss auf; die Grundschule gehört nicht in den Lebenslauf.
09/2015 – 06/2018 Ausbildung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung (IHK)
Musterspedition GmbH, Leipzig · Abschlussnote: gut
08/2006 – 06/2015 Allgemeine Hochschulreife (Abitur), Musterstadt-Gymnasium
Kenntnisse sollten so konkret wie möglich sein: „SAP MM“ statt „SAP-Kenntnisse“, „Excel (Pivot-Tabellen, SVERWEIS)“ statt „MS Office“. Allgemeine Eigenschaften wie „teamfähig“ oder „belastbar“ überzeugen nur, wenn Sie sie in der Berufserfahrung mit Beispielen belegen.
Form, Länge und Abschluss
- Länge: Eine Seite genügt für Berufseinsteiger, zwei Seiten sind mit Berufserfahrung völlig in Ordnung. Mehr als drei Seiten sind fast immer zu viel.
- Format: Senden Sie den Lebenslauf als PDF, sofern nicht ausdrücklich Word verlangt wird. So sieht er auf jedem Gerät gleich aus.
- Schrift: gut lesbar, 10 bis 12 Punkt, mit klaren Abständen zwischen den Abschnitten.
- Daten: immer im gleichen Format, zum Beispiel „04/2021 – heute“.
- Dateiname: „Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf“ statt „cv_final_neu2.pdf“.
- Abschluss: Ort, Datum und Unterschrift am Ende sind in Deutschland Tradition. Bei Online-Bewerbungen sind sie keine Pflicht; wenn Sie unterschreiben, dann mit einer eingescannten Unterschrift und aktuellem Datum.
Lassen Sie Ihren Lebenslauf vor dem Versand von einer zweiten Person gegenlesen. Rechtschreibfehler gehören zu den häufigsten Gründen, warum Bewerbungen negativ auffallen.
Den Lebenslauf an jede Stelle anpassen
Sie müssen den Lebenslauf nicht jedes Mal neu schreiben. Passen Sie aber das Kurzprofil an und ordnen Sie die Stichpunkte so, dass zuerst das kommt, was die Stellenanzeige verlangt. Wenn die Anzeige Begriffe wie „Tourenplanung“ oder „Reklamationsmanagement“ verwendet und Sie diese Erfahrung haben, sollten genau diese Begriffe in Ihrem Lebenslauf stehen.
Erfinden Sie nie Erfahrungen oder Kenntnisse. Spätestens im Vorstellungsgespräch oder in der Probezeit fällt es auf – und kann den Arbeitsvertrag gefährden.
Häufige Fragen
Wie lang darf ein Lebenslauf sein?
Eine Seite für Schülerinnen, Schüler und Berufseinsteiger, zwei Seiten mit einigen Jahren Berufserfahrung. Bei sehr langen Werdegängen fassen Sie ältere Stationen knapp zusammen, statt auf drei oder mehr Seiten zu gehen.
Muss ich den Lebenslauf unterschreiben?
Nein, Pflicht ist es nicht. Ort, Datum und Unterschrift sind in Deutschland Tradition und werden bei Bewerbungen auf Papier noch erwartet. Bei Online-Bewerbungen lassen viele sie weg oder fügen eine eingescannte Unterschrift ein.
Was mache ich mit Lücken im Lebenslauf?
Kurze Lücken von wenigen Monaten müssen Sie nicht erklären. Längere Zeiträume benennen Sie ehrlich und knapp, zum Beispiel „Elternzeit“, „Pflege eines Angehörigen“, „berufliche Neuorientierung“ oder „Weiterbildung“. Das wirkt besser als eine unerklärte Lücke.
Quellen
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) – Gesetze im Internet
- Europass – Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen
Offizielle Seiten, auf die sich dieser Ratgeber stützt. Sie öffnen sich auf externen Websites.