Bewerbung als Quereinsteiger: Lebenslauf und Anschreiben

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Als Quereinsteiger zeigen Sie in der Bewerbung, welche Ihrer bisherigen Fähigkeiten in der neuen Branche gebraucht werden. Ein Kurzprofil nennt das neue Ziel, die Berufserfahrung wird nach übertragbaren Erfolgen ausgewählt, Weiterbildungen rücken nach oben. Im Anschreiben erklären Sie den Wechsel in wenigen Sätzen und mit einem konkreten Grund.

Was Arbeitgeber bei Quereinsteigern wissen wollen

Wer Ihre Bewerbung liest, stellt sich drei Fragen: Warum wechseln Sie? Was können Sie schon, das hier nützt? Und was fehlt noch, und wie schnell holen Sie es auf? Eine gute Bewerbung beantwortet alle drei, bevor jemand fragen muss.

  • Der Grund für den Wechsel: kurz, positiv und glaubwürdig – etwas, das Sie zum neuen Beruf hinzieht, nicht nur weg vom alten.
  • Übertragbare Kompetenzen: Kundenkontakt, Organisation, Führung, Zahlenverständnis, Technik, Sprachen.
  • Fachliche Vorbereitung: Kurse, Zertifikate, Praktika, Hospitationen oder Projekte im neuen Bereich.

Den Lebenslauf neu ordnen

In Deutschland wird ein tabellarischer, antichronologischer Lebenslauf erwartet; ein rein nach Fähigkeiten sortierter Lebenslauf ohne klare Zeitachse wirkt hier eher, als wolle man etwas verbergen. Sie können aber innerhalb der Tabelle gewichten: oben ein Kurzprofil mit dem neuen Ziel, danach ein Block „Weiterbildung und Qualifikationen für …“, dann die Berufserfahrung.

Bei jeder bisherigen Station wählen Sie die Stichpunkte aus, die für die neue Stelle zählen. Fachbegriffe Ihrer alten Branche übersetzen Sie in allgemein verständliche Sprache.

SchwächerDisposition von 22 Fahrzeugen im Nahverkehr mit dem System XY.

BesserTägliche Einsatzplanung für 22 Fahrzeuge und 30 Fahrerinnen und Fahrer, kurzfristige Umplanung bei Ausfällen.

SchwächerVerkäuferin im Elektrofachhandel.

BesserVerkäuferin im Elektrofachhandel: Beratung zu Smartphones, Laptops und Heimnetzwerken; Einrichtung von Geräten für Kundinnen und Kunden.

Das zweite Beispiel passt zu einer Bewerbung für den IT-Support: Die Tätigkeit bleibt dieselbe, aber der Schwerpunkt liegt auf dem, was die neue Stelle braucht.

Kurzprofil für Quereinsteiger: Beispiele

Vom Einzelhandel ins Büro

Kaufmann im Einzelhandel mit 8 Jahren Erfahrung, davon 3 als stellvertretender Filialleiter: Personaleinsatzplanung, Kassenabrechnung und Bestellwesen. Weiterbildung in Buchhaltung mit DATEV abgeschlossen. Suche den Wechsel in die kaufmännische Sachbearbeitung.

Von der Gastronomie in die Pflege

Restaurantfachfrau mit 10 Jahren Erfahrung im Umgang mit Gästen, im Schichtdienst und in Stresssituationen. Pflegepraktikum in einer Senioreneinrichtung absolviert. Beginne im Herbst die Ausbildung zur Pflegefachfrau und suche einen Ausbildungsbetrieb.

Den Wechsel im Anschreiben begründen

Der Grund für den Wechsel gehört in den ersten Absatz, aber nicht als lange Lebensgeschichte. Zwei bis drei Sätze reichen: was Sie bisher gemacht haben, was Sie zum neuen Beruf geführt hat und was Sie schon dafür getan haben. Danach zeigen Sie mit Beispielen, welche Erfahrung Sie mitbringen.

SchwächerNach vielen Jahren im Handel suche ich eine neue Herausforderung.

BesserIn acht Jahren im Handel habe ich die Personalplanung und das Bestellwesen meiner Filiale verantwortet – genau diese Aufgaben haben mir am meisten Freude gemacht. Deshalb habe ich eine Weiterbildung in Buchhaltung abgeschlossen und möchte jetzt in die Sachbearbeitung wechseln.

Weiterbildung, Umschulung und Förderung

  • Weiterbildung neben dem Beruf: Kurse, Zertifikate und IHK-Abschlüsse, die zur neuen Stelle passen.
  • Umschulung: eine verkürzte Ausbildung in einem neuen Beruf, oft mit IHK-Abschluss.
  • Förderung: Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter fördern unter bestimmten Voraussetzungen Weiterbildungen und Umschulungen, zum Beispiel mit einem Bildungsgutschein. Ob Sie Anspruch haben, klären Sie in einem Beratungsgespräch.
  • Seiteneinstieg in bestimmten Berufen: Für Kita, Schule oder Pflege gibt es je nach Bundesland eigene Wege. Informieren Sie sich bei der zuständigen Landesbehörde.

Eine laufende Weiterbildung gehört schon in den Lebenslauf, mit dem voraussichtlichen Abschlussdatum. Sie zeigt, dass der Wechsel geplant ist und nicht spontan.

Häufige Fragen

Ist ein Quereinstieg ohne Ausbildung im neuen Beruf möglich?

In vielen Bereichen ja, vor allem dort, wo Fachkräfte fehlen oder Erfahrung mehr zählt als ein bestimmter Abschluss, etwa im Vertrieb, in der Logistik oder in Teilen der IT. In reglementierten Berufen wie Pflege oder Erziehung brauchen Sie dagegen einen anerkannten Abschluss oder einen vorgesehenen Seiteneinstieg.

Muss ich mit einem niedrigeren Gehalt rechnen?

Das hängt vom Beruf und von Ihrer Erfahrung ab. Informieren Sie sich vorab über Tarifverträge oder den Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit und nennen Sie eine realistische Gehaltsvorstellung, wenn danach gefragt wird.

Sollte ich alte, fachfremde Stationen weglassen?

Nein, der Lebenslauf soll lückenlos bleiben. Kürzen Sie fachfremde Stationen aber auf eine Zeile und ein bis zwei Stichpunkte mit übertragbaren Erfolgen.

Wie alt darf man für einen Quereinstieg sein?

Es gibt keine Altersgrenze, und das AGG verbietet Benachteiligung wegen des Alters. Mit Berufserfahrung bringen Sie oft genau die Selbstständigkeit mit, die in der neuen Stelle gefragt ist.

Quellen

Offizielle Seiten, auf die sich dieser Ratgeber stützt. Sie öffnen sich auf externen Websites.